Seit Tagen fahren wir an den schönsten Angelgewässern vorbei und mein Anglerherz blutet.
Heute wollte ich mir im HOTEL LOCH MAREE eine Angelerlaubnis holen. Das Hotel ist über 150 Jahre alt; hier hat QUEEN VICTORIA 1877 übernachtet. Schon im Eingangsbereich wurde ich von zwei riesigen, ausgestopften Lachsen an der Wand empfangen, die von den Vorfahren der jetzigen Besitzer gefangen worden waren.
An der Rezeption bekam ich von einem jungen Schotten folgende Auskünfte:
Er erklärte mir, dass die Fischereirechte am LOCH MAREE fast komplett dem Hotel und seiner Familie gehören und eine Angelerlaubnis 15 GBP pro Tag kostet und am See die Regel „catch and release“ gilt [ Fisch fangen, gern fotografieren, dann aber wieder ins Wasser freilassen].
Auf meinen (fast entsetzten) Einwand, dass wir aber gern unsere gefangenen Fische selbst essen wollten, meinte er auf einmal grinsend: diese Regel habe sein Großvater auch schon bescheuert gefunden, und „was ich mit meinen Fischen tatsächlich tue, gehe schließlich niemanden was an“.
Als ich ihn auf das schottische Angelverbot an Sonntagen ansprach, meinte er nur augenzwinkernd, „dies gelte nur für Lachse und Meerforellen und nicht für meine Bachforellen“.
Der Höhepunkt kommt jetzt: als er mir die Angelerlaubnis ausdrucken wollte, streikte sein Drucker. Also meinte er lapidar, ich solle einfach angeln; kontrollieren würde sowieso niemand; und wenn doch, solle ich einfach auf das Hotel und ihn verweisen. Meine 15 GBP wollte er auch nicht haben!!!
Wir haben einen Platz am See gefunden (wahrscheinlich morgen früh mückenverseucht):

Am Abend war ich zum ersten Mal im Leben in einem schottischen „Loch“ angeln…

… und habe einen (für mich) ungewöhnlichen Fang gemacht – eine Meerforelle in einem Süßwassergewässer:
